letzte Aktualisierung: 28. 7. 2010
Knochenwerkstatt
Diese Seite enthält Bilder und Fakten über Knochenhandwerk aus verschiedenen Regionen und Zeiten. Weitere Infos zu heutigen Knochenhandwerkern befinden sich im Online-Shop. Dort können auch Produkte erworben werden. |
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Sicherer Harpunenbau Am Department of Anthropology des Oberlin College wurde unter der Leitung von Amy Margaris ein Projekt zur Herstellung von Harpunen der Aleuten Inuit durchgeführt und in einem 11minütigen Film mit dem Titel "Antler Craft: A Barbed Harpoon Point" dokumentiert. Die Experimentatorin hatte offensichtlich Spaß, die Inuit werden sich besonders über die Einführung von adaequater Sicherheitsausrüstung gefreut haben. |
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| Eine rutschige Angelegenheit
Vor allem Mittelfußknochen und Speichen von Rindern und Pferden wurden in Europa seit der Bronzezeit, verstärkt im Mittelalter und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zum Eislaufen verwendet. Wir wollten wissen wie das geht und haben es ausprobiert. Mehr zu archäologischen und historischen Funden von Schlittknochen und heutigen Experimenten damit gibt es in der dazugehörigen Dokumentation in der Bone Skates Database und bei der Hurstwic Reenactment Gruppe. |
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| Vikinge håndværk
Mit Bein auf dem Boden der Tatsachen: Einige knöcherne Eindrücke vom Vikingemarked im Ribe Vikingecentret (Dänemark), wiederbelebt nahe der Ausgrabungsstätte des ehemaligen Wikingerhandelsplatzes. |
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| Dennis Rune Sørensen bei der Arbeit und das Ergebnis. | ||||||||
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| Matthias Kallähme (links) und Arbeiten von Matthias Barkmann (rechts). | ||||||||
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| Exzellente Repliken archäologischer Artefakte von Ruud Conijn. | ||||||||
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| Die Handwerkerin auf dem linken Bild ist Morraine aus Australien, die beiden anderen sind mir leider nicht namentlich bekannt. | ||||||||
| Europäisches Mittelalter
Ein paar Beispiele aus der regen europäischen Mittelalterszene. |
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| Sam Voigt, Geweihschnitzer bei der Reenactment-Gruppe Fogelvrei (links); Arbeiten von Antje Chrosziel (rechts). | ||||||||
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![]() Fotos: Monica Tielens |
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| Repliken mittelalterlicher Fundstücke von Monica Tielens: links eine Schachfigur aus Mammutelfenbein nach dem Fund von Lewis (Schottland, 12. Jhdt., Original aus Walroßelfenbein); rechts eine friesische Gürtelschnalle (ca. 1000 A. D.). | ||||||||
![]() Foto: Regia Anglorum |
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| Ein Dreilagenkamm und Webbrettchen von Edgar the Banwyrtha, dem Boneworker der englischen Angelsachsen-Reenactment-Gruppe Regia Anglorum (links); Knochenhandwerkskurs mit Kerstin Schwämmle von Agil (rechts). | ||||||||
![]() Foto: Air New Zealand |
Über den Wolken...
In Neuseeland ist die traditionelle Knochenschnitzerei der Maori so lebendig geblieben oder wiederbelebt worden, daß sie inzwischen als kulturelles Aushängeschild dient: Die abgebildeten Schnitzereien von Brian Flintoff wurden im "Skyshop Catalogue" 1998 der Fluggesellschaft Air New Zealand angeboten. Zu sehen sind zwei Hei-Matau (stilisierte Angelhaken, unten), ein Manaia (ein vogelähnliches mythisches Wesen, links) und weitere Motive. Mehr zum Thema z. B. bei DAVIS 1994. |
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| Auch im übrigen polynesischen Raum sind stilisierte Angelhaken als Anhänger weit verbreitet. Stilistisch sind sie von Inselgruppe zu Inselgruppe verschieden. Das abgebildete Exemplar stammt aus Maui, Hawaii, und heißt dort Makau. Es wurde von Lonita und Wilfried Heun aus Rinderknochen geschnitzt. Ursprünglich ein Symbol hawaiianischer Fischer, wird der Makau heute als allumfassender Glücksbringer getragen. | ![]() |
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| Afrikanische Handwerkskunst | ||||||||
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| Dieses Objekt stammt aus Kano im Norden von Nigeria und wurde aus dem Metapodium eines Paarhufers geschnitzt. | ||||||||
| Batik ist eigentlich eine Technik zum Klamotten färben dachte ich. Offensichtlich funktioniert's aber auch bei Knochen. In Kenia werden jedenfalls alle möglichen Gebrauchsgegenstände wie z. B. Kerzenständer, Salatbestecke oder Schmuck aus Knochen hergestellt und durch Batik verziert. Die abgebildeten Gewürztöpfe wurden aus Oberschenkelknochen heraus gearbeitet. Gibt's im online-shop. | ![]() |
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| Das Echo der Guanchen
Bei Sangara in Valle Gran Rey, La Gomera fand ich diese in Teneriffa hergestellten Beispiele kanarischen Knochenhandwerks. Die Guanchen, die Ureinwohner der Kanarischen Inseln, stellten Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände (z. B. Hacken, Angelhaken, Perlen und Anhänger) aus Knochen her. Da sie jedoch vor der spanischen Eroberung der Kanaren kein Metall verarbeiteten, kann die Tradition eiserne Messerklingen in Knochengriffen zu schäften nicht vor dem 14. Jahrhundert entstanden sein. Die links abgebildeten Messergriffe und Scheiden wurden aus Tibien von Schaf oder Ziege (wahrscheinlich von den dort häufigen Ziegen) angefertigt. |
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| Modernes Knochenhandwerk in Deutschland
Man kann es nicht gerade einen florierenden Handwerkszweig nennen, aber ganz ausgestorben ist das Knochenhandwerk auch in Deutschland noch nicht. Hier und da stellt der eine oder die andere KnochenschnitzerIn oder -drechslerIn Dinge für den täglichen Gebrauch her und an der Berufsfachschule für das Holz und Elfenbein verarbeitende Handwerk in Michelstadt gibt es den Lehrberuf des Elfenbeinschnitzers. |
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![]() Fotos: Rudolf Gögl |
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| Handarbeitsgeräte aus Norddeutschland vom Anfang des 20. Jahrhunderts (links) und bayrische Schnupftabakdosen aus Hirschgeweih von Rudolf Gögl (rechts). | ||||||||
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| Ästhetischer Perfektionismus: Knochenkreisel von Armin Kolb. | ||||||||
| Tätowieren mit Knochenwerkzeug
Welchem Wandel die gesellschaftliche Beurteilung von Tätowierungen auch immer unterlegen haben mag, unzweifelhaft ist, daß die Kunst menschliche Haut mittels Farbstoffinjektion zu verzieren Jahrtausende alt ist. Neben den tätowierten skythischen Mumienfunden aus dem Altai-Gebirge (ca. 500 - 300 v. u. Z.; s. z. B. POLOSMAK 1994; ROLLE 1992) sind einige tätowierte Linien auf Rücken und Beinen der bronzezeitlichen Gletschermumie aus dem Ötztal in den Tiroler Alpen der wohl derzeit älteste Beleg (um 3300 v. u. Z.). Daß das hierzu verwendete Tätowierwerkzeug ein Knochengerät gewesen sein könnte, wurde vermutet, weil sich unter den Ausrüstungsgegenständen des Mannes eine sehr spitze Knochenahle befand, die sich zu diesem Zweck eignen würde (HÖPFEL et al 1992). Der Tätowierer Daemon Rowanchilde und der Archäologe Julian Seeger aus Kanada haben das Werkzeug nachgebaut und erfolgreich ausprobiert eine etwas andere Art der experimentellen Archäologie. |
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![]() Fotos: Julian Seeger & Daemon Rowanchilde |
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| Zu einer kulturellen Blüte gelangte die Tätowierkunst unter anderem in Polynesien. In Neuseeland beispielsweise wurden und werden Moko, die traditionellen Gesichtstattos der Maori, mit Knochenklingen, den Uhi, tätowiert (NELEMAN et al. 1999). | ||||||||
| Nichts für schwache Nerven
Knochenschmuck der etwas anderen Art von Wildcat: Ear Plugs, Claws, Fleshtunnel und anderen Piercingschmuck aus indonesischem Büffelhorn und -knochen, Mammutelfenbein und Ketten aus Kobrawirbeln. |
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