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Von der Küche in den Graben – Bremens Stadtgraben und die Essgewohnheiten seiner Anwohner

Bischop, Dieter & Küchelmann, Hans Christian (2018): Von der Küche in den Graben – Bremens Stadtgraben und die Essgewohnheiten seiner Anwohner an der Wende zur Frühen Neuzeit. in: Melzer, Walter (ed.): Lebensmittel im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Erzeugung, Verarbeitung, Versorgung. Beiträge des 16. Kolloquiums des Arbeitskreises zur archäologischen Erforschung des mittelalterlichen Handwerks, Soester Beiträge zur Archäologie 15, 137-151, Soest

Abstrakt
Die Verlegung einer Kanaltrasse im Bereich des spätmittelalterlichen Bremer Stadtgrabens zwischen den mittelalterlichen Stadttoren Abbentor und Doventor eröffnete die Möglichkeit den fundreichen Inhalt des im 16. Jahrhundert verfüllten Stadtgrabens zu untersuchen. Aufgrund des baulichen Zeitdrucks konnte die archäologische Stratigraphie nur notdürftig dokumentiert werden. Jedoch konnte der Aushub aus dem in das 16. Jahrhundert datierenden östlichen Bereich des Kanalgrabens vollständig gesiebt (Maschenweite 10 mm) werden. Er umfasste ca. 120-200 Kubikmeter (20 lorry loads, ca. 250-300 t) und enthielt neben einer Vielzahl von Alltagsgegenständen aus Metall, Keramik, Glas auch fast 46.000 Tierknochen und Molluskenschalen (631 kg), darunter neben den zu erwartenden Haustieren (Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Hund, Katze) auch mehrere tausend Vogel und Fischknochen, unter anderem zahlreiche Belege für Stockfischhandel und einen Knochen eines nordatlantischen Tordalks. Der vorliegende Beitrag gibt eine Zusammenfassung der Ergebnisse der archäozoologischen Untersuchung und setzt diese in Bezug zu historischen Quellen und archäologischen Funden, die in Zusammenhang mit der Ernährung der Stadtbevölkerung im 16. Jahrhundert stehen.

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